Lohnsteuerliche Behandlung freiwilliger Unfallversicherungen

Das Bundesfinanzministerium1 hat aktuelle Vorgaben zur Behandlung freiwilliger Unfallversicherungen veröffentlicht.

Vom Arbeitgeber übernommene Versicherungsbeiträge des Arbeitnehmers sind steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Bei Versicherungen, die der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer abschließt, wird unterschieden, ob der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber den Versicherungsanspruch unmittelbar gegenüber der Versicherung geltend machen kann:

Erste Alternative: Ausübung der Rechte steht ausschließlich dem Arbeitgeber zu

Handelt es sich bei vom Arbeitgeber abgeschlossenen Unfallversicherungen seiner Arbeitnehmer um Versicherungen für fremde Rechnung, bei denen die Ausübung der Rechte ausschließlich dem Arbeitgeber zusteht, so stellen die Beiträge im Zeitpunkt der Zahlung durch den Arbeitgeber keinen Arbeitslohn dar.

Erhält der Arbeitnehmer Versicherungsleistungen, führen die bis dahin entrichteten, auf seinen Versicherungsschutz entfallenden Beiträge zum Zeitpunkt der Auszahlung zu Arbeitslohn in Form von Barlohn, beschränkt auf die Höhe der Versicherungsleistung.

Bei einer Gruppenunfallversicherung kann der auf den Arbeitnehmer entfallende Anteil geschätzt werden. Beiträge, die individuell oder pauschal besteuert wurden, sind nicht einzubeziehen, ebenso Beiträge, die bereits bei einem früheren Versicherungsfall berücksichtigt wurden.

Zweite Alternative: Ausübung der Rechte steht unmittelbar dem Arbeitnehmer zu

Kann der Arbeitnehmer den Versicherungsanspruch unmittelbar gegenüber dem Versicherungsunternehmen geltend machen, gehören die bezahlten Versicherungsbeiträge des Arbeitgebers zum Zeitpunkt der Zahlung als Zukunftssicherungsleistungen zum Arbeitslohn.2

In jedem Fall gilt: Beiträge zu Versicherungen gegen berufliche oder gegen alle Unfälle, die auch das Unfallrisiko für Auswärtstätigkeiten abdecken, sind als Reisenebenkosten steuerfrei.3 Bei der Aufteilung kann der auf steuerfreie Reisekostenerstattungen entfallende Anteil auf 40 % geschätzt werden. Versicherungsleistungen, die Entschädigungen für entgangene oder entgehende Einnahmen darstellen, sind steuerpflichtiger Arbeitslohn.

 

1     BMF, Schr. v. 28.10.2009, IV C 5 ‑ S 2332/09/10004, DStR 2009, S. 2373, LEXinform 5232384.

2     § 2 Abs. 2 Nr. 3 S. 1 LStDV.

3     § 3 Nr. 13 und 16 EStG.